Der Clown
Wer einsam ist, spielt gern den Clown. Niemand ahnt unter der Narrengrimasse das Weinen – Émile Zola
Ab und an mache ich mich zum Clown, zum Teddybären, zur Miezekatze oder wer weiss noch zu was allem – aber aus Einsamkeit? Vielleicht. DJ, Moderator, Techniker, Abteilungsleiter (Zitronenfalter) – ich spiele viele Rollen. Eine Rolle aber spiele ich seit langer Zeit nicht mehr. Eine wirkliche Rolle in einem anderen Leben.
Im Moment bin ich Clown und DJ, spiele eine Rolle in der ich Menschen zum Tanzen, Träumen und Lachen bringen kann. Party ist das Motto der Nacht, Life is Live. In meinem Kopf läuft eine andere Melodie. Sie ist fröhlich, erinnert vielleicht ein bisschen an Frank Mills’ »Peter Piper«, aber diese Melodie ist nichts für diese Party und das ist vielleicht der Grund, warum ich mir heute so fehl am Platz vorkomme.
Wenn ich nicht in die Party eintauchen kann, bin ich kein guter Clown, kein guter DJ. Es will mir heute nicht wirklich gelingen. Die Melodie, die ich gerne hören würde läuft heute nicht. Vielleicht spiele ich sie nachher noch, wenn alle weg sind. Einsamkeit.
Ralf, ein guter Freund hat es mal so gesagt: Mir fehle wohl etwas für’s Herz. Möglich, dass ich deshalb nicht wirklich bei der Party bin, vielleicht sitzt meine Maske einfach so gut, dass ich selbst nicht mehr mitbekomme wie ich darunter weine.
